Galerie-Eröffnung
Das Cinetech-Center Gronau wird zum Ausstellungsort: In Kooperation mit „gronauprojekte“ (Elmar Hoff und Alfred Hagemann) wird dort ab dem 13. März 2011 die Dauerausstellung „Gronau – Enschede – Berlin: Eine musikalische Reise durch die Welt der Unterhaltung von der Weimarer Republik bis in die Nachkriegszeit“ („Gronau – Enschede – Berlijn: Een muzikale reis door de populaire cultuur van de republiek van Weimar tot na de tweede wereldoorlog“) eröffnet.
Auch das Apollo-Theater, der Vorgänger des Cinetech-Centers, wird dort präsentiert, denn das Jahr 2011 ist ein besonderes für das Cinetech-Center: vor 100 Jahren wurde die Baugenehmigung für den Kinosaal gestellt.
Die Ausstellung macht die Unterhaltungsmusik der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Thema: um Tanz- und Salonmusik, Kino- und Filmmusik, aber auch um die Anfänge des Jazz wird es gehen. Während der Kino-Öffnungszeiten kann die Ausstellung kostenlos besichtigt werden. Sie ist als außerschulischer Lernort geplant und soll außerdem zu einem Veranstaltungsort für Konzerte, Vorträge, Lesungen und Filmvorführungen werden.
Schon während der Recherchen für den Sammelband „Insel der Träume: Musik in Gronau in Enschede, 1895-2005“ entstand die Idee, das Thema deutsch-niederländische Musikgeschichte durch eine Ausstellung einem größeren Publikum zu präsentieren.
Der im Oktober 2006 erschienene Sammelband legte außerdem die Idee nahe, die regionale Musikgeschichte noch stärker in ihren Zeitkontext zu stellen. Ohne die Kooperatio-nen mit anderen Archiven und Institutionen war dies aber nicht zu verwirklichen.
Die Unterhaltungsmusik, um die es in der Ausstellung gegen wird, steht in einem konkre-ten kulturhistorischen und ökonomischen Kontext. Durch Titelbilder von Notenausgaben, Ansichtskarten und Fotos werden die Musik und ihr Kontext „sichtbar“.
Darauf liegt in der Ausstellung ein besonderer Akzent. Was wäre aber eine Musikausstellung ohne Musik? Über eine Medienstation können deshalb zahlreiche Hörbeispiele abgerufen werden, ein Grammophon der 1920er und Schellackplatten laden zu einer akustischen Zeitreise ein.
Acht Stationen erwarten den Ausstellungsbesucher: Die erste Station thematisiert die Wechselbeziehungen zwischen dem Grenzregion und Berlin, die nächste Station den frü-hen Jazz und die Tanzmusik in Deutschland, die Stationen drei bis fünf ist verschiedenen Aspekten der Salonmusik gewidmet. Die Stationen sechs und sieben befassen sich dem Musikleben der NS-Zeit– dem Wunschkonzert und der Operette. Abschließend geht es um Kino- und Filmmusik und mit auch um den Ausstellungsort, das „Apollo-Theater“ (Cintech-Center), das vor einhundert Jahren die Baugenehmigung erhielt.
An jeder Station werden Notenausgaben, Ansichtskarten, Plakate und Fotos auf einem großen Galerieposter sowie weiteren Einzelbildern und Fotosäulen präsentiert. In Vitrinen werden an ausgewählten Stellen technische Geräte (ein Grammophon und ein Kleinempfänger) oder weitere Exponate ergänzt.
Zu jeder der acht Stationen wurden Hörbeispiele ausgewählt , die über eine Medienstation abgerufen werden können. Eine Begleitbroschüre bietet als drittes Element noch „O-Töne“ der Epoche, Zitate aus journalistischen und literarischen Texte. Ausgewählte Exponatlisten und Materialien können über die virtuelle Ausstellung im Internet abgeru-fen werden.
Insgesamt werden rund 300 Exponate und 180 Hörbeispiele dargeboten. Bis auf wenige Ausnahmen bietet die frei zugängliche Ausstellung aus Sicherheitsgründen keine Originale, sondern nur Reproduktionen.
Mit dem Gronauer Rock’n’Popmuseum gibt es dabei ausgewählte Berührungspunkte, vor allem dessen erste Station (Salonmusik) wird breit entfaltet. Besucher können nun den Weg der populären Musik von 1918 bis zur Gegenwart verfolgen – und gleichzeitig etwas vom Besonderen der Grenzregion kennenlernen.




